Makroobjektive 

Makroobjektive sind so konstruiert, dass man 1. mit ihnen nahe ran gehen kann, und 2. dass dabei auch die Bildqualität stimmt. Letzteres ist nicht trivial, denn z.B. Normalobjektive und Zooms sind dafür ausgelegt, in der Entfernung so ab 1 m gute Qualität zu liefern.

Lichtstärke ist bei Makroobjektiven meist eher nachgeordnet, denn im Nahbereich ist die Schärfentiefe meist sowieso sehr klein, weshalb eine kleinere Blende hilfreich wäre ... wenn denn nicht oft das Licht so schlecht wäre! Aber dagegen helfen nur ruhige Hand (zeitweise), Stativ oder zusätzliches Licht.

Ich hatte im Laufe meines fotografischen Lebens eine ganze Reige von Makroobjektiven. Der Bestand veränderte sich zuletzt durch meinen Systemwechsel von Nikon zu Olympus. Sehr vermisse ich das Micro-Nikkor AF D 60 mm 2.8, mit dem ich an verschiedenen Nikkor-Kameras viele Fotos geschossen habe. Weil längere Brennweiten im Nahbereich hilfreich sind, wenn man auf die Jagd nach kleinen Lebewesen geht (man kann so außerhalb von deren Fluchtdistanz bleiben!), hatte ich zeitweise auch das AF-S Micro-Nikkor 105mm 2,8G VR und ein Tamron AF 180 mm Makro 1:3,5. - An meinen Olympus-Kameras liebe ich das alte Digital Zuiko 2,0 60 mm, auch wenn mein m.Zuiko 2,8 60 mm Makro viel komfortabler ist - und zusätzlich das Focus Stacking in der Kamera unterstützt. - Neben diesen beiden Olympus-Objektiven besitze ich noch ein Micro Nikkor 55 mm 3,5, das ich von meinem Vater geerbt habe. Er hat es sehr geliebt, und deshalb gebe ich es nicht weg, auch wenn ich es kaum benutze.

Beispielbilder

Abb. 1 zeigt die drei Makroobjektive, die sich momentan in meinem Besitz befinden. Ich habe mit ihnen mal Vergleichsfotos im Makrobereich geschossen, alle vom Stativ mit Einstellschlitten, Kamera Olympus OM-D E-M1. Das Motiv ist ein Netsuke von ca. 2,5 cm Höhe.

Abb. 2: Micro Nikkor 3,5 55 mm (mit Novoflex-Adapter auf mFT)

Abb. 3: Digital Zuiko 2,0 60 mm (mit Adapter MMF-3)

Abb. 4: m.Zuiko 2,8 60 mm

Die Bilder mit den drei Optiken tun sich (zumindest in dieser Auflösung) nicht viel, am ehesten fällt das alte Nikkor etwas ab (es stammt aus den frühen 70er Jahren). Aber im Unterschied zu den anderen Objektiven musste ich bei ihm ja manuell fokussieren, was vielleicht auch zu der etwas geringeren Schärfe beiträgt.

Alle drei Fotos habe ich bei Blende 8 geschossen, um hinreichende Tiefenschärfe für die Netsuke zu erzielen. Dadurch wurde der Hintergrund ein wenig unruhig.

Deshalb durfte das m.Zuiko auch seine Stärke ausspielen: Das Focus Stacking!

Abb. 5: m.Zuiko 2,8 60 mm, 8 Fotos bei Blende 2,8 gestackt

Die Netsuke ist durchgehend schön scharf, aber der Hintergrund ist wegen der Blende 2,8 ruhig und wunderbar weich! Näheres im Artíkel Focus Stacking. - Für mich ist diese Stacking-Funktion eines der stärksten Argumente für Olympus-Kameras mit entsprechenden Objektiven im Nah- und Makrobereich.

Welches Makroobjektiv soll man denn nun kaufen?

Eigentlich bietet jeder der großen Hersteller gute Makroobjektive, da tun die Firmen sich wenig. Wichtig bei der Wahl eines Objektivs ist die Frage, ob man im ungefähren Brennweitenbereich von Normalobjektiven bleiben möchte (um die 50 mm Kleinbildäquivalent), oder ob man etwas teurere und meist größere längere Brennweiten bevorzugt, mit denen man weiter weg vom Motiv arbeiten kann (s.o. Fluchtdistanz von kleinen Lebewesen). Kürzere Brennweiten sind meist günstiger und bieten zudem den Vorteil größerer Tiefenschärfe, längere dagegen erlauben mehr Freistellung durch geringere Tiefenschärfe.

Nur wenn jemand, der großen Wert auf Nah- und Makrofotografie legt, beabsichtigt, sich eine neue Kamera mit Makroobjektiv zu kaufen, dann ist es sinnvoll, sich auch Gedanken über die Sensorgröße der Kamera zu machen. Näheres dazu im Kapitel Sensorgröße und Schärfentiefe.

Zuletzt möchte ich noch auf die Alternativen hinweisen, die für ambitionierte Fotografen, die nicht so viel Geld ausgeben wollen, in Frage kommen:

Zwischenringe

Altglas mit Zwischenringen


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Letzte Aktualisierung: 23.10.2018  -  © Garten-pur GbR