Nahaufnahmen und Makrofotografie

Nah rangehen mit der Kamera - das hat seinen Reiz! Eine Blüte oder ein Insekt nah aufgenommen, vor ruhigem unscharfen Hintergrund, das kann ein wirkungsvolles Foto sein. Mit vielen Kameras kann man ‘nah ran’ … aber oft fehlt den Bildern dann das Faszinierende guter Nahaufnahmen, bei denen das Motiv sich schön freigestellt vor einem verschwommenen Hintergrund abhebt.


Hier kommt es darauf an, welches Ziel man als Fotograf hat: Will man einfach nur etwas Kleines groß abbilden, dann kann man unruhige Hintergründe in Kauf nehmen und braucht sich nicht weiter mit der Technik zu befassen. Oder man sorgt für einen gleichförmig-ruhigen Hintergrund wie z.B. auf meinem Küchenschellen-Foto in Abb. 1, das ist dann allerdings so etwas wie Studio-Fotografie. - Will man aber ästhetisch ansprechende Nahaufnahmen etwa in einer Gartensituation mit scharfen Objekten vor unscharfen Hintergründen machen (wie in Abb. 2), dann geht das leider nur mit ein wenig Verständnis für die Technik. Davon handeln diese Seiten.

Aber klären wir zunächst mal die Begriffe:

Was ist der Unterschied zwischen Nahaufnahmen und Makrofotografie?

Das ist u.a. interessant um zu verstehen, welche Kameras / Objektive für den extremeren Nahbereich geeignet sind. - Hier hilft der Begriff des Abbildungsmaßstabs weiter, der das Verhältnis der Abbildungsgröße zur Originalgröße angibt.


Nehmen wir als Beispiel mal eine Kamera im Kleinbildformat. Das Kleinbildformat, egal ob Sensor oder Fiilm, ist 24 x 36 mm groß. Wenn ich damit ein Objekt von 24 mm Höhe (z.B. eine Münze) formatfüllend auf dem Sensor abbilde, dann ist dies ein Abbildungsmaßstab von 1:1. Abbildungsmaßstab 1:2 bedeutet, dass das Objekt doppelt so groß ist wie seine Abbildung, und 2:1 bedeutet, dass die Abbildung doppelt so groß ist wie das Dargestellte.

Normalobjektive und auch Standardzooms kommen meist nicht weiter als ca. 1:7, d.h. das Abbild ist maximal 1/7 so groß wie das Objekt. - Makroaufnahmen beginnen ab 1:4, und ein gutes Makroobjektiv sollte einen Abbildungsmaßstab von 1:1 bieten.


Das bedeutet, dass Aufnahmen in stärkeren Nahbereichen entweder Kameras mit Makrofunktion oder aber solche mit Wechselobjektiven erfordern, bei denen man dann ein Makroobjektiv einsetzt.

Die Beispielfotos auf dieser Seite habe ich mit dem Makroobjektiv Nikon AF D 60/2.8 Micro-Nikkor an Nikon DSLR geschossen. Nähere Angaben bei den jeweiligen Kommentaren.

Beispiele für Nahaufnahmen und Makros

Abb. 1 ist eine Nahaufnahme der Blüte einer Küchenschelle. Dazu wurde eine schöne Blüte abgeschnitten und in einer hellen Hohlkehre platziert, um einen ruhigen, gleichförmigen Hintergrund zu erzeugen. Da ich bei Tageslicht fotografiert habe, musste ich auf Stativ arbeiten und recht stark abblenden, um eine hinreichende Tiefenschärfe zu erzielen: 1/10 Sec, Blende 16, ISO 400 mit der Nikon D300.

Abb. 2, die Verbena-Blüte im Regen, entstand bei schlechtem Licht und 'aus der Hand', d.h. ohne Stativ. Da es auch noch windig war, musste ich eine kurze Verschlusszeit wählen, um die Blüte scharf abbilden zu können: 1/500 Sec, Blende 5.6, ISO 2.000 mit der Nikon D700. Schöne Darstellung der unscharfen Bildpartien.

Abb. 3 zeigt eine Makroaufnahme einer alten Münze mit einem Durchmesser von 17 mm. Ich bin mit dem 60 mm Mikro-Nikkor Objektiv an einer Nikon D200 so nahe herangegangen, dass die Münze die Bildfläche ausfüllt ... ich habe dabei oben und unten ein paar Millimeter abgeschnitten. Da die D200 im DX-Format eine Sensorhöhe von 16 mm hat, ist der Abbildungsmaßstab mithin nahezu 1:1.

Das Originalfoto ist 3.872 x 2.592 Pixel groß. Während Abb. 3 das komplette Foto auf 751 x 500 Pixel verkleinert zeigt, stellt Abb. 4 einen 751 x 500 Pixel großen Ausschnitt aus dem Originalfoto dar, der nicht verkleinert wurde. 

Letzte Aktualisierung: 22.8.2018  -  © Garten-pur GbR