Zwischenringe: Preisgünstig in den Nahbereich

Zwischenringe - Vorteile und Einschränkungen

Zwischenringe sind eine preisgünstige Möglichkeit, in die Nah- und Makrofotografie einzusteigen. Zwischenringe werden zwischen Kamera und Objektiv montiert und verlängern so den Auszug des Objektivs.

Man sollte sie am besten mit einer guten Festbrennweite einsetzen, dann erzielt man Fotos guter Qualität. An Zooms sind die Ergebnisse meist nicht so toll.

Schön ist auch die Möglichkeit, sie mit verschiedenen Objektiven kombinieren zu können, z.B. mit einem Normalobjektiv und einem Tele - da spart man gleich mehrere (teure) Makroobjektive. - Und wenn man sich dann doch ein echtes Makroobjektiv zulegt, dann sind Zwischenringe nicht überflüssig, sondern erweitern dessen Makrobereich.

Viele Zwischenringe, so z.B. die von Nikon, sind nicht automatisch. D.h. mit diesen Zwischenringen ist keine automatische Scharfstellung möglich, was mich aber wenig stört, da ich im Makrobereich sowieso oft manuell scharfstelle bzw. durch Vor- und Zurückbewegen der Kamera. Aber auch eine vollautomatische Belichtungssteuerung ist damit nicht möglich.

Eine automatische Belichtungssteuerung mit Blendenvorwahl ist möglich, wenn das Objektiv das manuelle Einstellen der Blende zulässt. Das bedeutet allerdings, dass z.B. die neueren Nikkor G-Objektive nicht verwendet werden können, denn sie haben keinen Blendenring.

Generell muss man einräumen, dass das Arbeiten mit Makroobjektiven schon etwas komfortabler ist als das mit Zwischenringen.

Auch muss man bedenken, dass Nicht-Makroobjektive daraufhin gerechnet sind, entferntere Objekte möglichst gut abzubilden. Makroobjektive dagegen sind auf optimale Abbildung gerade im Nahbereich hin konzipiert. Wenn es also im echten Makrobereich auf äußerste Abbildungsleistung ankommt, dann sollte man zum (guten) Makroobjektiv greifen.

Aber für alle Nah- und viele Makrofotos im Garten reichen Zwischenringe völlig aus, und sie sind eben preisgünstiger.

Wenn man sich für Zwischenringe interessiert, empfehle ich, mit einer mittleren Zwischenringgröße zu beginnen und Erfahrungen zu sammeln, bevor man mit dem kompletten Satz in den Makrobereich vorstößt.

Abb. 1 , 2 und 3 zeigen einige Beispiele. Ich habe sie mit einem Nikkor 1:1,8 50 mm Objektiv und einem Zwischenring PK-12 an einer Nikon D700 gemacht. Der PK-12 verlängert den Auszug um 14 mm, was eben diese Fotos im Nah- und beginnenden Makrobereich ermöglicht. Die Lichteinbuße ist gering, sodass ich gut 'aus der Hand' fotografieren konnte.

Beim Foto der Pilzlamellen in Abb. 4 kam ein Zwischenring PK-13 zum Einsatz, Auszugsverlängerung 27,5 mm. Damit ist man schon deutlich im Makrobereich, auch wenn ich das Foto noch 'aus der Hand' schießen konnte.

Abb. 5 habe ich auf dem Stativ mit dem Sigma Makro 1:2,8 105 mm in Einstellung 1:1 gemacht. Abb. 6 entstand mit auch mit dem Sigma Makro, aber mit den zusätzlichen Zwischenringen PK-12 und PK-13. Das ergab eine Auszugsverlängerung von 41,5 mm. Beide Fotos mit Stativ.

Amazon-Links:

Zwischenringe für Nikon

Zwischenringe für Canon 

Interessant, weil preisgünstig, ist der Einsatz von Altglas mit Zwischenringen z.B. an elektronischen Systemkameras von Sony, Fuji oder Olympus und Panasonic. Als Beispiel habe ich hier einen Artikel über den Einsatz von Zwischenringen an dem sehr guten Minolta MC Rokkor PG 1,4 50 mm verfasst.

Für Spezialisten: Balgengerät - die totale Makrofotografie

Für absolute Enthusiasten der Makrofotografie, die den Aufwand nicht scheuen, muss es letztlich ein Balgengerät sein, das alles bietet, was man sich als Liebhaber des Kleinen und Kleinsten wünscht - bis auf Leichtigkeit und Bedienungskomfort. Denn man muss damit eigentlich immer auf Stativ arbeiten, am besten mit einem Einstellschlitten, und die Scharfeinstellung geschieht manuell. Die Belichtung steuert man über die Blende (bei Blendenvorwahl) oder manuell.

An einem Balgengerät können auch Normalobjektive eingesetzt werden, allerdings sollte das in sog. Retrostellung geschehen. Dabei wird das Objektiv umgekehrt am Balgen montiert. Grund: Ein Nicht-Makro-Objektiv ist so konstruiert, dass es entfernte Objekte gut abbildet. D.h. vorne, an der Frontlinse, ist die Entfernung, die die Lichtstrahlen zurücklegen, groß. Hinten ist die Entfernung zum Sensor viel geringer. - Im extremen Makrobereich, den ein Balgengerät erschließt, ist es genau umgekehrt: Das Motiv ist viel näher am Objektiv als der Sensor. Also montiert man das Objektiv eben umgekehrt.

Noch bessere Qualität erzielt man im extremen Makrobereich, wenn man spezielle Objektivköpfe benutzt, wie z.B. Schneider Kreuznach Apo Digitare oder Rodenstock Objektive. Aber spätestens hier sind wir im Bereich der absoluten Enthusiasten angekommen ...

 

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Letzte Aktualisierung: 11.10.2018  -  © Garten-pur GbR