Meyer-Görlitz Primoplan 1.9 58 mm - Spitzen-Bokeh

Das Primoplan 1.9 58 mm ist ein fünflinsiges lichtstarkes Normalobjektiv, erstmals 1938 auf den Markt gebracht und bis in DDR-Zeiten im Wesentlichen unverändert gebaut. Die Nahgrenze liegt bei ungefähr 70 cm. Die stufenlose Blende aus 14 Lamellen (mit Blendenvorwahl) reicht von 1,9 bis 22. Es wurden Objektive mit M42 Schraubgewinde und mit dem Bajonett der Ihagee Exakta hergestellt.

Das Bokeh ist schön cremig und weist bei bestimmten Motiven interessante Doppelkontur-Effekte auf. Das Primoplan 1.9 58 mm 'blubbert' ein wenig bei Offenblende, wenn auch längst nicht so stark wie das Kringelmonster Trioplan 2.8 100 mm. Dafür zeichnet es in der Bildmitte aber schärfer. An den Rändern ist es ziemlich unscharf.

Mit entsprechenden Adaptern lässt sich das Primoplan 1.9 58 mm gut an modernen Systemkameras einsetzen. Bei kleineren als Vollformat-Sensoren (z.B. MFT) spielt auch die Randunschärfe keine wesentliche Rolle.

Auch das Primoplan 1.9 598 mm ist seit ein paar Jahren als Neuauflage in elegantem Schwarz mit Anschlüssen für die meisten Kamerasysteme von Canon und Nikon bis Sony und MFT auf dem Markt. Die optische Konstruktion entspricht der des alten Primoplan, nur wurde hochwertiges Schott-Glas verwendet, um eine bessere Abbildungsqualität zu erzielen. Die Neuauflage weist auch ein attraktives Bokeh auf, meiner Meinung nach aber nicht so reizvoll wie die alten Primoplane. Zudem verlangt der Hersteller dafür einen sehr stolzen Preis von über 1.000 €. Bei Ebay findet man auch etwas günstigere Angebote.  

 

16.11.2014  -  © Garten-pur GbR