Objektive für d-SLR - Empfehlungen von Garten-pur
Kit-Objektive
Zwar haben Kit-Objektive nicht den besten Ruf, aber in den letzten Jahren kamen ein paar preiswerte Zooms für DX-Kameras auf den Markt, die sich schon sehen lassen können. Diese Kit-Objektive sind aus Kunststoff, deshalb weniger stabil, und können optisch natürlich nicht mit guten Festbrennweiten und Profi-Zooms mithalten. Aber der entscheidende Grund für ein Kit-Objektiv ist das gute Preis-Leistungsverhältnis.
Das AF-S DX Nikkor 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR ist optisch eines der besten Kit-Objektive. Der Zoombereich entspricht 27-82,5 mm KB. VR = Vibration Reduction ermöglicht Aufnahmen auch bei schlechtem Licht. Man kann bis 28 cm nah einstellen, das reicht schon für ganz anständige Nahaufnahmen. - Das Objektiv eignet sich gut für die Gartenfotografie incl. Nahbereich (nicht Makro!) und für alle Einsatzzwecke, bei denen kein stärkeres Tele erforderlich ist. Es kann (ggf. später) gut durch ein Tele-Zoom ergänzt werden, etwa durch das gute Nikkor AF-S 55-200mm f/4-5.6G ED DX VR.
dpreview-Artikel
Amazon-Link:
AF-S DX Nikkor 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR
Das Nikkor AF-S DX 18-105mm f/3.5-5.6 G ED VR ist auch ein interessantes Kit-Objektiv vor allem wegen des stärkeren Tele-Zoombereichs (entspricht 27-157,5 mm KB). Die optische Qualität ist für ein Kit-Objektiv ziemlich gut, allerdings verzerrt es deutlicher als das 18-55 mm. Mit einer Naheinstellgrenze von 45 cm sind Nahaufnahmen nur eingeschränkt möglich. Es gibt auch eine Version ohne VR, aber es gibt keinen vernünftigen Grund, auf VR zu verzichten. - Es ist ein gutes Universalobjektiv für Landschaft, Menschen, Reisen, das man idealerweise mit einem Makro ergänzen sollte.
Amazon-Link:
Nikkor AF-S DX 18-105mm f/3.5-5.6 G ED VR
Universal-Zoom
Das sind Objektive mit einem großen Zoombereich (z.B. 10fach), die zusätzlich noch recht klein und leicht sind. So eignen sie sich gut für alle Situationen, in denen man variabel sein möchte, ohne viel zu schleppen und ständig Objektive wechseln zu müssen, z.B. auf Reisen. Natürlich muss man dabei Qualitätseinbußen hinnehmen, und auch die Verzeichnung dieser Optiken in Weitwinkel- und Telebereich ist ausgeprägt. Aber die berühmte eierlegende Wollmilchsau gibt es eben nicht. So mag einer diese Objektive als Superzooms charakterisieren, jemand anders als ‘Suppenzooms’.
In dieser Klasse kann ich zwei Objektive empfehlen, weil ich mit ihnen selbst fotografiert habe und weil sie in zuverlässigen Tests mit am besten abschneiden:
AF-S DX Nikkor 18-200 mm 1:3,5-5,6G ED VR Ⅱ
entspricht im Kleinbildformat 27-300 mm, Nahgrenze 55 cm, 565 g
Mit diesem Objektiv an einer D200 habe ich z.B. auf dieser Reise fotografiert:
Golf von Neapel / Cilento / Amalfitana
dpreview-Artikel
Amazon-Link:
AF-S DX Nikkor 18-200 mm 1:3,5-5,6G ED VR Ⅱ
Tamron 18-270mm F/3,5-6,3 Di II VC LD ASL IF
Noch größerer Brennweitenbereich entsprechend 27-405 mm, Nahgrenze 49 cm, 560 g - die Bildqualität ist im mittleren Bereich recht gut.
Einige Fotos mit diesem Objektiv an einer D300 z.B. hier:
Athen und Andros 2009
dpreview-Artikel
Amazon-Links:
Tamron 18-270 für Nikon
Tamron 18-270 für Canon
Spitzen-Standardzoom für professionelle Ansprüche
Zum Vergleich, weil sicher nichts für die meisten Amateure, stelle ich hier ein Zoom der Profiklasse vor.
Das Nikkor AF-S 28-70 mm 1:2,8 ED ist das beste Standardzoom, das man zur Zeit kaufen kann. Es ist in allem das Gegenteil eines Kit-Objektivs: geeignet fürs FX-Format, absolut herausragende optische Qualität und Verarbeitung, fast 5x so schwer ... und mehr als 10x so teuer.
Amazon-Link:
Nikon AF-S Zoom-Nikkor 24-70mm 1:2,8G ED Objektiv
Bezahlbare Alternativen mit hoher Qualität: Festbrennweiten
Interessante Alternativen für anspruchsvolle Fotografen, aber auch sehr gute Ergänzungen zu Kit-Objektiven stellen Festbrennweiten dar.
Für Nikon DX Kameras kann ich als Normalobjektiv das AF-S Nikkor 1:1,8 35 mm empfehlen, entspricht KB-Brennweite 52,5 mm; Nahgrenze 30 cm. Es ist klein und leicht (70 x 52,5 mm, 200 g) sowie sehr preiswert. An einer Kamera ohne AF-Motor im Gehäuse wie z.B. der D5000 muss es von Hand scharf gestellt werden.
Amazon-Link:
Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1,8G
Ebenfalls sehr preiswert bei hervorragender optischer Qualität ist das AF Nikkor 1:1,8 50 mm - an einer DX-Kamera wirkt es wie ein leichtes Tele mit 75 mm Kleinbild-Brennweite. Nahgrenze 45 cm, 160 g. - Hier habe ich es gegen gängige Nikon-Zooms in Einstellung 50 mm getestet.
Amazon-Link:
Nikon AF Nikkor 50mm 1:1,8D
Und noch ein interessanter Punkt: Zusammen mit einem Zwischenring wird das AF Nikkor 50 mm zum preiswerten Makro (am Nikkor 35 mm sind keine Zwischenringe einsetzbar)!
Makroobjektive
Die Empfehlungen zu Makroobjektiven sind auf einer separaten Seite.
Anmerkungen zu den Vergleichsfotos
Zum Vergleich habe ich das Tamron Universalzoom 18-270 mm gegen das Nikkor 1,8 35 mm und das Profi-Standardzoom Nikkor 24-70 mm getestet. Dazu habe ich mit jeder Optik an einer Nikon D 300, Blendenvorwahl f/8, dasselbe Foto geschossen, Format: Raw. Die Fotos wurden weder geschärft noch entzerrt. Dann habe ich jeweils einen Auschnitt vom rechten mittleren Bildrand gemacht, als JPEG 100% Qualität abgespeichert und hier eingestellt.
Eindeutig und wie zu erwarten erzeugt das Tamron 18-270 das schlechteste Bild und das Nikkor 24-70 mm das beste.
Zur Relativierung zeige ich hier das ganze Foto, geschossen mit dem Tamron 18-270 mm, automatisch bearbeitet in DxO, optimiert in Photoshop, abgespeichert für Web als JPEEG mit ca. 80% Qualität:

Man sieht, dass jetzt die Schwächen der Optik nicht mehr auffallen. Das ist im Übrigen auch bei deutlich größeren Bildern der Fall.
Es kommt halt darauf an, was man hauptsächlich machen möchte. Deshalb hier ein paar Anregungen:
Welche Objektive für welchen Zweck?
Bei Schwerpunkt Gartenfotografie und sehr eingeschränktem Budget: Festbrennweite Nikkor 1:1,8 50 mm plus Zwischenring(en) - da hat man für 250 bis 300 Euro sehr gute Qualität für Fotos von Beeten, Blüten und Makros.
Schwerpunkt Gartenfotografie und etwas mehr Budget: Kit-Zoom, z.B. Nikkor 18-55 mm, plus Makro-Objektiv 105 mm, da hat man gleich ein gutes leichtes Tele dazu.
Wenn ein Universalzoom interessant ist, etwa für Reisen, kommt z.B. das Tamron 18-270 mm in Betracht. Zusätzlich würde ich für den Garten ein Makro erwerben und für Reisen eine Festbrennweite wie das Nikkor 1,8 35 mm.