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Garten-pur Bild: Wassertropfen

Fotos optimieren mit DxO Optics Pro 

 

Vorweg: Ich war ja so skeptisch, aber der Test war überzeugend: DxO Optics Pro ist definitiv sehr interessant.

DxO Optics Pro ist eine ausgefuchste Software zur komfortablen Bearbeitung bzw. Optimierung von Digitalfotos, die sich sowohl an ambitioniertere Amateure als auch an Profis richtet.

Die große Stärke von DxO Optics Pro sind die zahlreichen Profile, die viele Kompaktkameras und die gängigen DSLR mit den wichtigen Zoom-Optiken abdecken. Mit ihnen sind automatische Korrekturen ganzer Bilderstapel möglich.

Bei der Installation wählt man die verwendete(n) Kameras und Objektive aus Listen vorhandener Profile aus, und DxO lädt die zugehörigen Profile aus dem Internet (spätere Ergänzungen sind möglich) und installiert sie auf dem Rechner.

Zur Bearbeitung lädt man die Fotos in ein Projekt, wählt die automatische Korrektur, klickt auf Start ... und macht etwas anderes, während DxO 'rödelt'.

Aber das Beste ist, dass man alles nach eigenen Vorstellungen und Erfordernissen einstellen kann. Dazu gebe ich hier ein paar Beispiele.

 

Sehr gut: Korrekturen typischer Objektiv-Verzeichnungen und Fehler ...

Für mich mit am wichtigsten sind die automatischen Korrekturen der typischen Objektiv-Verzeichnungen, z.B. der kissenförmigen Verzeichnung von Weitwinkelbrennweiten, die sich vor allem bei stärkeren Zooms finden. Sehr schätze ich auch die Korrektur der ebenfalls objektivspezifischen Randabschattungen.

Die folgenden Fotos der Abbildungen 1 bis 4 wurden mit Nikon D 200 und Nikkor VR-Zoom 18-200 gemacht. Dieses Objektiv ist ein wahres Universalzoom, es deckt sehr viele Einsatzgebiete ab und ist z.B. ideal für Reisen. Aber es hat eben auch typische Schwächen, wie sie sich bei Universalzooms, aber auch teureren Profi-Zooms aller Hersteller wiederfinden. Das liegt halt an der Physik ...

In der komfortablen und zeitsparenden Korrektur dieser Schwächen liegt die Stärke von DxO Optics Pro. 

Abb. 1a wurde in Einstellung 18 mm geschossen. Die weitwinkelbedingte tonnenförmige Verzeichnung ist an der Einwärtsbiegung der Pfeiler links und rechts deutlich zu erkennen. Die Randabdunklung fällt bei diesem Motiv nicht so sehr auf, sollte aber für Geübte noch erkennbar sein.

Abb. 1b zeigt das Ergebnis nach Anwendung der Entzerrung dieses Abbildungsfehlers durch DxO Optics - zwar sind die Pfeiler immer noch nicht ganz gerade, aber sie wirken wesentlich natürlicher.

 

Über die Objektivprofile kann DxO auch Farbcharakteristik und Tonwertumfang bearbeiten sowie nachschärfen - wobei dies Bereiche sind, in denen ich selbst oft lieber nach meinen eigenen Vorstellungen arbeite. Wenn aber mal wenig Zeit ist, dann tut's das eben auch. Und ansonsten lassen sich alle Parameter nach eigenem Gutdünken einstellen.

In Abb. 1c habe ich DxO das Foto komplett automatisch bearbeiten lassen, also incl. Nachschärfen, Tonwertkorrektur etc. - wie ich finde, ist ein ziemlich akzeptables Ergebnis zustande gekommen.

 

... und die Korrektur stürzender Linien

Sehr nett finde ich auch die Möglichkeit der Korrektur stürzender Linien, wie sie bei nach oben oder unten geneigter Kamera v.a. im Weitwinkelbereich entstehen: Das findet sich unter 'Geometrie => Trapezverzerrung / Horizont' und funktioniert unter Sichtkontrolle, entweder über Schieberegler oder numerische Eingabe. Und anschließend kann das Bild passend zugeschnitten werden: bei erhaltenem Seitenverhältnis, und automatisch basierend auf der Perspektive, die sich aus der Trapezverzerrung ergeben hat. Komfortabler geht's wohl kaum.

Abb. 2a zeigt ein Foto mit stürzenden Linien. Die Kamera war bei der Aufnahme (Weitwinkel-Einstellung) etwas nach oben geneigt. Man erkennt deutlich, dass die Pfeiler und Säulen links und rechts einwärts zusammenlaufen. Sie werden nicht parallel abgebildet.

Abb. 2b zeigt das Ergebnis nach Korrektur dieser Verzerrung und nach automatischer Korrektur des Bildes. Die Architektur-Geometrie kommt deutlich besser zur Geltung.

 

Für wen ist DxO Optics Pro geeignet?

DxO Optics ist für jeden etwas ambitionierteren Fotografen geeignet, der seine Fotos optimieren möchte.

Wer es einfach haben will, schickt seine Fotos durch die Standard-Optimierung von DxO - und erzielt damit sehr anständige Ergebnisse. Wer dagegen lieber individuell arbeitet, lässt lästige Standardarbeiten wie Korrektur objektivspezifischer Fehler automatisch erledigen und macht den Rest 'von Hand' und individuell. Und der Profi kann sich Profile für bestimmte Aufnahme- und Lichtsituationen einrichten, die ihm ebenfalls eine Menge zeitraubende Arbeit abnehmen.

Abb. 3a zeigt ein unkorrigiertes Foto, 3b das gute Ergebnis nach automatischer Optimierung durch DxO.

Dagegen ist mir persönlich die Korrektur in 4b gegenüber 4a zu hell ausgefallen. Ich würde versuchen, einen Kompromiss zu finden, um gerade den dort vorhandenen starken Unterschied zwischen grellem Sonnenlicht und dunklem Schatten nicht webzukorrigieren. Aber man entscheidet ja selbst, welche Schritte man DxO Optics überlässt, und was man lieber selber macht.


Ich bin mir noch nicht darüber im Klaren, ob DxO Optics Pro das Arbeiten in meinem geliebten Adobe Photoshop überflüssig macht. Wenn man von Retuschearbeiten mal absieht, sieht es fast danach aus ... ich werde berichten.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass DxO Optics Pro einen schnellen, modernen Rechner mit genügend Arbeitsspeicher erfordert. Sonst dauert alleine das Starten der Software schon endlos lange.

Informationen zum Produkt auf der DxO Website

Die verfügbaren Versionen Starter, Standard und Elite unterscheiden sich vor allem durch die unterstützten Kameras - eine vergleichende Gegenüberstellung findet sich hier auf der DxO Website.


DxO Optics Pro Standard bei Amazon

Elite-Version

Starter-Version

 

Die Fotos 1 bis 3 entstanden im Februar 2007 im Vittala-Tempel in Hampi / Karnataka, Indien, Foto 4 bei den fünf Rathas, Mamallipuram / Tamil Nadu, Indien.

 

Nachtrag: Was bringt DxO bei Objektiven, für die es kein spezifisches Profil gibt?

Bei Aufnahmen von Objektiven, für die DxO Profile hat, sind die Ergebnisse sehr überzeugend. DxO spart eine Menge Zeit bei der Korrektur der typischen Fehler vor allem von Zoom-Objektiven, die zumeist durch die Bauweise dieser Zooms bedingt sind.

Die Frage, was DxO bei anderen Objektiven leistet, habe ich hier separat getestet.

Dazu habe ich den Zaun in Abbildungen 5 fotografiert. 5a zeigt eine unbearbeitete Aufnahme mit dem sehr guten Micro-Nikkor 60 mm, für das DxO kein Profil hat. 5b zeigt das Ergebnis der automatischen Bearbeitung.

Zum Vergleich habe ich dasselbe Motiv mit dem 18-200 VR Zoom-Nikkor fotografiert. Das unbearbeitete Foto zeigt Abbildung 5c. Abbildung 5d ist das Ergebnis der Bearbeitung von DxO. Hier sieht man, dass sich das Profil dieses Objektivs recht positiv auf die resultierende Bildqualität auswirkt.

Natürlich kann DxO ohne spezifische Objektivprofile lediglich eine passable automatische Schärfen- und Tonwertbearbeitung vornehmen - die gerade bei größeren Bildmengen schon sehr nützlich und zeitsparend sein kann. Aber seine wahren Stärken zeigt DxO logischerweise bei Optiken, für die es Profile gibt.

 

Nachtragen muss ich noch, dass DxO auch eine automatische Rauschunterdrückung bietet, die einen guten Eindruck macht, sowie ein einfaches Tool zur Staubfleckenentfernung.



Letzte Aktualisierung: 20.11.2007  -  © Garten-pur GbR




 

Autor:
Thomas
redaktion@garten-pur.de

Datum:
14.11.2007

Fotos:
Thomas

 















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