Erklärungen
Digitalkameras steuern alle hier erläuterten Funktionen automatisch, d.h. man braucht sich darum nicht zu kümmern. - Wenn man aber bestimmte Effekte erzielen und mit gestalterischem Anspruch fotografieren möchte, dann muss man in diese Funktionen eingreifen. Die folgenden Zeilen sollen helfen zu verstehen, was da geschieht und wie man die Tiefenschärfe gezielt verändern kann.
Faktoren, von denen die Belichtung abhängt
Die Belichtung eines Fotos hängt ab vom:
- vorhandenen Licht
- Empfindlichkeit des Films oder Chips
- Lichtmenge, die auf den Chip / den Film fällt.
Das vorhandene Licht kann man meist nicht verändern (Ausnahmen: Blitzlicht, Scheinwerfer). - Die Empfindlichkeit kann bei Digitalkameras in gewissen Grenzen verändert werden (Maßzahl: ISO; normale Werte ca. 100, höhere Empfindlichkeit: ISO 200, 400 etc.); bei analogen Kameras gibt es Filme mit unterschiedlichen Empfindlichkeiten. - Wichtig: Je höher die Empfindlichkeit des Chips, desto stärker wird das Rauschen der Bilder (analog bei hochempfindlichen Filmen: die Körnigkeit). D.h. die Qualität der Bilder wird schlechter, je höher die Empfindlichkeit ist.
Die Lichtmenge, die auf den Chip fällt, wird reguliert duch die Belichtungszeit und die Blende. Darum geht es auf dieser Seite in erster Linie.
Blende und Belichtungszeit
Die Belichtungszeit wird in Sekunden bzw. Sekundenbruchteilen angegeben. Typisch sind z.B. Werte von 1/100 Sekunde. - Je länger die Belichtungszeit ist, umso eher verwackelt man (da man die Kamera ja nicht absolut ruhig halten kann), und umso eher wirken sich Bewegungen des Fotomotivs aus (z.B. windbewegte Blüten). - Längere Brennweiten (Teleobjektive) erfordern kürzere Belichtungszeiten, da sich mit zunehmender Brennweite der Verwacklungseffekt stärker auswirkt.
Die Blende ist eine ringförmige Konstruktion im Objektiv, die die Offnung, durch die Licht auf den Chip / Film fällt, verkleinern oder vergrößern kann. Die Blende wird in Zahlen angegeben, die das Verhältnis von Objektivbrennweite und Öffnung angeben. Je größer die Blendenöffnung, desto kleiner ist die Blendenzahl, und umgekehrt. Folgende Blendenzahlen kennzeichnen eine zunehmende Verkleinerung der Blende (= Abblenden), wobei bei jedem Schritt eine Halbierung der Lichtmenge erfolgt:
2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32.
Blende und Belichtungszeit steuern zusammen die Lichtmenge, die auf den Chip fällt. So sind die folgenden Kombinationen im Hinblick auf die Lichtmenge gleichweitig, d.h. sie erzeugen eine richtige Belichtung:
Blende 16 - 1/15 Sek.
Blende 11 - 1/30 Sek.
Blende 8 - 1/60 Sek.
Blende 5,6 - 1/125 Sek.
Blende 4 - 1/250 Sek.
Blende 2,8 - 1/500 Sek.
Bei Blende 16 ist die Tiefenschärfe am größten, aber auch die Verwacklungsgefahr. Bei Blende 2,8 ist die Tiefenschärfe am geringsten, ebenso die Verwacklungsgefahr.
Zusammenhang mit der Empfindlichkeit
Eine Verdoppelung der ISO-Zahl entspricht immer einer Blendenstufe. Also sind die folgenden Kombinationen im Hinblick auf die Lichtmenge gleichwertig::
ISO 100 - Blende 16 - 1/15 Sek.
ISO 200 - Blende 16 - 1/30 Sek.
ISO 400 - Blende 16 - 1/60 Sek.
ISO 800 - Blende 16 - 1/125 Sek.
oder aber:
ISO 100 - Blende 5,6 - 1/125 Sek.
ISO 200 - Blende 8 - 1/125 Sek.
ISO 400 - Blende 11 - 1/125 Sek.
ISO 800 - Blende 16 - 1/125 Sek.
Mit höherer Empfindlichkeit kann man also entweder kürzer belichten, oder stärker abblenden. Aber dabei nimmt die Bildqualität ab, wie oben bereits gesagt.
Blende und Abbildungsqualität
Alle Objektive haben ihre beste Abbildungsqualität im mittleren Blendenbereich zwischen ca. 5,6 und 11. Kleinere Blenden von 16, 22 und mehr vergrößern zwar die Tiefenschärfe, aber gleichzeitig verschlechtert sich die Abbildungsleistung in den Bildpartien, auf die scharf gestellt wurde.
Wenn es also in erster Linie auf höchste Schärfe ankommt, sollte man eine Blende aus dem mittleren Blendenbereich wählen.