Bildbearbeitung 2: Tonwertkorrektur und Scharfzeichnen
Hier geht es um zwei häufige Schritte der Bildbearbeitung, die zum Ziel haben, das Bild zu optimieren. Es ist ausdrücklich nicht intendiert, den Bildeindruck grundlegend zu verändern, was mit diesen und anderen Techniken natürlich möglich wäre.
Dieser Artikel stellt die grundlegenden Abläufe der thematisierten Arbeitsschritte dar. Zwar werden diese am Beispiel von Photoshop CS beschrieben, aber auch andere Bildbearbeitungsprogramme bieten die meisten dieser Funktionen. Eine Anleitung für IrfanView gibt es separat.
Als Ausgangsbild habe ich ein bewusst unterbelichtetes Bild gewählt - es ist offensichtlich zu dunkel. Außerdem ist der nette Tropfen nur recht klein im Bild.
Für Interessierte hier die Aufnahmedaten:
Nikon D 200 Micro-Nikkor 60 mm
ISO 400 1/500 sec f/11 Belichtungskorrektur: -0,7 LW
Bildgröße 3.872 x 2.592 Pixel, JPEG Fine, 24 Bit Farbtiefe, Dateigröße 3,15 MB
Ziel ist ein optimiertes Bild, das das Motiv so zeigt, 'wie es wirklich war'. Dazu erfolgen nun (neben der Bildgrößenänderung und Komprimierung) drei Arbeitsschritte:
- Tonwertkorrektur
- Ausschnitt
- selektives Scharfzeichnen
Tonwertkorrektur
In Photoshop befindet sich diese Funktion unter 'Bild / Einstellen / Tonwertkorrektur'. Die beiden Abbildungen zeigen den Zustand vor und nach der Tonwertkorrektur. - Man sollte darauf achten, dass beim Verändern des Tonwertumfangs über die Schieberegler keine wichtigen Bildinformationen in den Lichtern oder den Schatten verloren gehen, es sei denn, dies sei beabsichtigt.
Im Beispiel war es mir wichtig, dass in den hellsten Partien des Tropfens noch alle Details zu erkennen sind. Die dunklen Partien waren hier eher uninteressant.
Ausschnitt
Als nächstes habe ich den Bildausschnitt gewählt. In Photoshop ist diese Funktion in der linken Werkzeugleiste oben links zu finden: Auswahlrechteck.
Anmerkung
Ich habe für das Auswahlrechteck eine feste Größe, nämlich die beabsichtigte Endgröße des Bildes eingestellt: 752 x 500 Pixel. Damit dies Sinn macht, habe ich vorher das Ausgangsbild so verkleinert, dass ich den mich interessierenden Bildausschnitt bei einer Vergrößerung von 100% ganz sehen kann - denn das entspricht ja dann der Ansicht des später geposteten Bildes. - Man kann hier natürlich auch anders vorgehen, z.B. indem man für das Auswahlrechteck ein Seitenverhältnis festlegt und erst danach auf die Endgröße verkleinert.
Das Auswahlrechteck platziere ich unter Aspekten der Bildkomposition (s. Abbildung: Ausschnitt wählen).
Dann erfolgt das Kopieren des Ausschnitts und das Einfügen in eine neue Datei. Die Schritte hierzu:
- Mit dem üblichen strg-c kopiere ich die Auswahl in die Zwischenablage (Windows Grundlagen!),
- erzeuge dann mit strg-n eine neue Datei,
- bestätige die vorgeschlagene Größe (wählt Photoshop automatisch so, dass der Ausschnitt in der Zwischenablage passt) mit 'enter',
- und füge den Inhalt der Zwischenablage mit strg-v ein.
Das Ergebnis zeigt die Abbildung 'fertiger Ausschnitt'.
Scharfzeichnen
Das Beispielbild gefällt mir nun schon recht gut. Allerdings könnten der Tropfen und die darin befindlichen Eisstrukturen ruhig etwas knackiger erscheinen. Also werde ich das Bild scharfzeichnen.
Dabei ist es natürlich am einfachsten, wenn man das ganze Bild scharfzeichnet. Nachteil bei einem Bild wie dem im Beispiel: Auch die unscharfen Partien des Bildes werden scharfgezeichnet, was nicht nur zu einer unschönen körnigen Struktur führt, sondern auch die Dateigröße unnötig aufbläht.
Also macht man das am besten selektiv, d.h. man wählt die scharfzuzeichnenden Bildpartien mit einem Selektionswerkzeug aus. Im vorliegenden Fall habe ich die Photoshop-Funktion 'Lasso' gewählt, um den gewünschten Teilbereich zu markieren. Es kommt dabei nicht darauf an, präzise die Kontur des Objektes nachzuzeichnen; eine gewisse Ungenauigkeit ist akzeptabel.
Anmerkung
Es ist Geschmackssache, wie stark man scharfzeichnet. Im konkreten Fall habe ich 1x scharfgezeichnet und auf ein nachträgliches Verblassen des geschärften Bildes verzichtet. Man muss da herumprobieren. - Es empfiehlt sich, auf schräg verlaufende Kanten zu achten, ob es dort zu unschönen Treppenbildungen kommt, und auf unscharfe Bildpartien, in denen sich mit zunehmendem Schärfen ein immer stärkeres 'Rauschen' oder eine `Körnigkeit' bemerkbar machen. - In Fällen, in denen ich das ganze Bild scharfzeichne, schwäche ich dies nachher nicht selten wieder mit 'verblassen' ab (meist ca. 50 bis 70% - der eigene Eindruck entscheidet).
Die Abbildung 'nach dem Scharfzeichnen' zeigt das Ergebnis.
Das fertige Foto
Das so bearbeitete Foto wird als JPEG fürs Web gespeichert. Da ich es in die Galerie stellen möchte, wähle ich als maximale Bildgröße 98 KB. Die unterste Abbildung zeigt das fertige Bild in der richtigen Größe.
In diesem Thread geht es um Fragen zu Photoshop.
Letzte Aktualisierung: 29.3.2006 - © Garten-pur GbR